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- Mahatma Gandhi -

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Johanniskraut

Zusammenstellung von Scáthán

 

Lateinischer Name:                    Hypericum perforatum

Volkstümliche Namen:               echtes Johannisblut, Tüpfelhartheu, Hexenkraut, Sonnwendkraut Teufelsfuchtel, Teufelsflucht, Teufelsbanner, Jageteufel („Jödüwel“) und Hartheu, Walpurgiskraut, Frauengliester, Unserer Frau Bettstroh, Waldhopf, Wildgartheil, Konradskraut, Wilder Magram, Jägerteufel, Blutkraut, (tausend) Löcherkraut, Christi Wundenkraut, Gottes Gnadenkraut, Herrgottskraut, Herrgottsblut, Mannskraft, stolzer Heinrich

Drogenbezeichnung:                Johanniskraut = Hyperici Herba (früher: Herba Hyperici), Johannisöl = Hyperici Oleum (früher: Oleum Hyperici)

Sorten:                                   

Beschreibung:                          Hartheugewächs, 20- 100 cm hohe, ausdauernde Pflanze mit spindelförmiger Wurzel und aufrechtem, ästigem Stängel, die Ausläufer treibt. Im oberen Teil sind die Stängel reich verzweigt. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, eiförmig oder elliptisch, ganzrandig und kahl. Ihre Größe schwankt zwischen 1,5 und 3 cm. Die großen, goldgelben Blüten sind fünfzählig, stehen in reichen Trugdolden und sind mit schwarzroten Drüsenschuppen besetzt. Johanniskraut hat drei außergewöhnliche Merkmale: 1. Es hat einen zweikantigen Stängel, der im Pflanzenbereich selten vorkommt (Kräuter besitzen zumeist runde oder vierkantige Stängel); 2. Hält man die kleinen Blätter gegen das Licht, so entdeckt man darin helle kleine Punkte, die den Eindruck erwecken, als sei die Pflanze durchlöchert. Es handelt sich hier um Sekretbehälter, die eine helle Flüssigkeit aus ätherischem Öl und Harz enthalten. 3. Die gelben Blüten verfärben sich blutrot, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt.

Stand- und Fundort:                lichte Wälder, Gebüsche, Felsen, sonnige Waldwiesen, Wege und Ackerränder, Waldsaum, magere Wiesen, Heiden und trockene Rasen, an Dämmen; in Mitteleuropa weit verbreitet

Verwendete Bestandteile:         Blüten, Kraut ohne die Wurzeln

Inhaltsstoffe:                           enthält ätherisches Öl, Flavonoide (Rutin, Querzitrin, Hyperosid), Harze, Gerbstoffe, Rhodan, Hypericin (roter Farbstoff, wohl wichtigster Stoff), Phlobaphene, antibiotisch wirkende Stoffe

Blütezeit:                                  Juni/Juli- September

Sammelzeit:                              um Johanni, 24. Juni herum (Juni- Juli)

Ernte und Aufbereitung:          Man sammelt das Johanniskraut, wenn es voll erblüht ist (um 24. Juni herum), indem man es kurz über dem Erdboden abschneidet, zu Büscheln vereinigt und an der Luft an schattigem Ort trocknet.

Heilwirkung:                          wirkt schmerzstillend, zusammenziehend, krampflösend, be- ruhigend; regt die Drüsen der Verdauungsorgane (auch der Galle) an; Hypericin hat eine leicht beruhigende Wirkung und beeinflusst depressive Zustände (besonders im Klimakterium), bei der Behandlung mit Johanniskraut ist nach 4- 6 Wochen eine deutliche Aufhellung der Stimmungslage zu erkennen à pflanzliches Antidepressivum; bei vegetativer Dystonie; bei Bettnässen (wenn es seelische Gründe hat); tonisiert den Kreislauf; bei der Wund- und Schmerzbehandlung, bei Lungenleiden, Magen-, Darm und Gallebeschwerden, Durchfälle, Nervosität und Nervenleiden; harntreibend (Flavonoide)

                                               Seit einigen Jahren wird erforscht, ob das Kraut in der Aidstherapie einsetzbar ist. Erste Ergebnisse lassen den Schluss zu.

Anwendung:                           Tee: Bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Verdauungs- störungen, Durchfall (Gerbstoffe), Gebärmutterkrämpfen

                                               Öl: äußerlich zur Förderung der Wundheilung, bei Muskel- schmerzen (Myalgien) und Schmerzlinderung nach scharfen und stumpfen Verletzungen, Verbrennungen, Verstauchungen, Verrenkungen, bei Blutergüssen und bei Gürtelrose, als Einreibung bei Rheuma und Hexenschuss; innerlich bei dyspeptischen Beschwerden (Verdauungsstörungen) als leicht galletreibendes Mittel oder zur Beruhigung des nervösen überreizten Magens

                                                Tinktur (rein alkoholischer Auszug): zur Wunddesinfektion

                                                Homöopathie: das Hypericum (aus der ganzen blühenden Pflanze) gibt man zur Linderung von Schmerzzuständen, nach Gehirnerschütterung, bei Depressionen verschiedener Ursachen und bei Nervenschmerzen als Folge von Verletzungen

Nebenwirkungen:                    Sonne meiden, wirkt fotosensibilisierend! Hypericin (roter Farbstoff) macht Hautzellen lichtempfindlicher, führt bei Weidetieren zur sogenannten Lichtkrankheit; ansonsten selbst bei längerer Anwendung gut verträglich, keine Nebenwirkungen

Magischer Gebrauch:

Geschlecht:                               männlich

Planet:                                      Sonne

Element:                                   Feuer

Magische Kräfte:                        Johannisöl hilft bei allen Unternehmungen, stärkt den Geist; Schutz; Wirkt als Gegenzauber (Conway)

                                                Kerzenzauber (als Kraut): Glück, Heilung; Mut, Liebe; Schutz; Hilfe beim Weissagen (Conway)

                                                Starke zauber- und teufelabwehrende Kräfte; vertreibt Unholde und Gespenster; lästige „angezauberte“ Liebe in ihre Schranken verweisen; als Liebesorakel (s.u.) und zum Schutz vor Blitzen

 

Rezepte:                                 Tee:

                                               a) 1 Teelöffel mit 1 Tasse Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen, morgens und abends 1 Tasse

                                               b) 2 gehäufte Teelöffel mit ¼ l Wasser übergießen und bis zum Sieden erhitzen. Nach wenigen Minuten seiht man ab. 2- 3mal täglich 1 Tasse Tee. Eine Kur mit diesem Tee sollte über mehrere Wochen konsequent durchgeführt werden.


Johanniskrautöl: man gebraucht das Kraut, dessen Blüten gerade aufgegangen sind. Für ½ Öl sollen es 25g sein. Die frischen Blüten werden zerquetscht oder in einem Mörser zerstoßen und etwas zerrieben. Dann setzt man 500g Olivenöl zu, mischt das Ganze und füllt es in eine geräumige Weithalsflasche aus weißem Glas, die zunächst unverschlossen bleibt. An einem warmen Ort überlässt man die Mischung- unter gelegentlichem Umrühren- der Gärung. Wenn sie nach 3- 5 Tagen beendet ist, wird die Flasche verschlossen und so lange dem Sonnenlicht ausgesetzt, bis der Inhalt eine leuchtend rote Farbe angenommen hat. Das ist nach etwa 6 Wochen der Fall. Dann wird abgepresst, das Öl von der wässrigen Schicht abgegossen und in gut schließenden Flaschen aufbewahrt. Dieses Öl kann man auch innerlich verwenden, z.B. als leicht galletreibendes Mittel oder zur Beruhigung des nervösen überreizten Magens. 2 mal täglich 1 Teelöffel Johanniskraut- Öl ist die richtige Dosierung. (äußerlich auf frische Wunden, Verbrennungen, Quetschungen)

Johanniskraut- Tinktur: 10g getrocknetes Johanniskraut wird mit 50g Alkohol (70%) übergossen und 10 Tage lang ausgezogen. Nach dem Abpressen ist die Tinktur gebrauchsfertig.

Verwandte Pflanzen:           

Sonstiges:                                Wie keine zweite Pflanze hat das Johanniskraut die Sonne in sich gespeichert und gibt es als Heilmittel an den Menschen weiter. Es transportiert regelrecht den Sonnenschein in unseren Körper und beleuchtet den Menschen von innen.

 

 

Johanniskraut -Pflanze der Sommersonnenwende

 

Gelöcherter Jageteufel

Kaum einer anderen Pflanze wurden so starke zauber- und teufelabwehrende Kräfte zugeschrieben wie dem um Johanni (24. Juni) blühenden Johanniskraut.

Aufgrund ihrer strahlenförmigen Blütenstände glaubte man, die Pflanze sei mit den Kräften des Himmels besonders verbunden. Das schlug sich in ausgeprägten Sommer- und Feuerbräuchen nieder. Die gelben Blumen dienten in den heidnischen Sommersonnwend-festen zum Schmuck der Altäre, Opfertiere und Götterbilder. Im Zuge der Christianisierung verlegten die Kirchenväter den Tag der germanischen Urfeier vom 21. Juni auf den 24. Juni, den Gedenktag des Hl. Johannes.

Hält man ein Hartheublatt ins Gegenlicht, sind unzählige helle Punkte zu erkennen: es sind winzige mit Öl gefüllte Drüsenzellen. Der Sage nach sollen diese Löcher vom Teufel stammen, der aus Wut über die Macht, die das Kraut über ihn besaß, die Blätter mit Nadeln durchstochen hatte. Seither mied der Böse die Pflanze, was bei dem Arzt und Botaniker Otto Brunfels (1532) nachzulesen ist: (Sinngemäß:) Manche nennen das Kraut „Teufelsflucht“, weil es Unholde und Gespenster vertreibt. Man lässt es zur Sicherheit an Mariä Himmelfahrt segnen, um denn damit die Dämonen im Geburtszimmer zu vertreiben (auszuräuchern).

 

Wider aller Zauberei

Heilkundige stellten aus der Pflanze Zubereitungen „wider alle Zauberei“ her: „man nehme Orand oder Streichkraut (Löwenmäulchen) samt Samen, Johanniskraut, Träubelkraut oder Wintergrün, soviel jedem beliebt. Dieses siede man in angemessener Menge Wein oder Bier, bis 1/3 eingekocht ist. Davon früh und abends einen Trunk tun.“

 

Folter, Wetterstrahl und lästige Liebe

Das Johanniskraut vertreibt als „Fuga daemonum“ böse Geister und alle Teufelsbündnisse. Deshalb bekamen Frauen, bevor sie als vermeintliche Hexen auf die Folterbank gespannt wurden, „Johanniskrauttropfen“ eingeflößt, um die Macht des Teufels zu brechen und die Unglücklichen zu Geständnissen zu veranlassen. „Dost, Hartheu und weisse Heid`, thun dem Teufel viel Leid.“ (aus Bocks Kräuterbuch)

 

Vom Johanniskraut versprachen sich die Hausbewohner einen wirksamen Schutz gegen den „Wetterstrahl“ (Blitz): In Süddeutschland, im Salzburger Land und in Tirol steckten sie Gebinde ans Fenster. Aus Sachsen- Anhalt wird folgende Geschichte erzählt: Bei einem tagelangen schweren Gewitter war plötzlich aus den dunklen Wolken eine ärgerliche Stimme zu hören: „Ist denn keine alte Fraue, die kann pflücken Hartenaue, dass sich das Gewitter staue?“ Alle steckten Johanniskraut ans Fenster- und sofort verzog sich das Unwetter!

 

Nicht nur Blitze ließen sich durch das Kraut bannen, auch lästige „angezauberte“ Liebe konnte in ihre Schranken verwiesen werden. Eberhard Gockelius in seinem „Tractatus Magico- Medicus“ (Berichte von Beschreien und Verzaubern, 1717) eine ergötzliche Geschichte: „Ein Schreinergeselle war einem Mädchen hörig, das ihn „bezaubert“ hatte: die Mutter des Jungen kaufte ihm neue Schuhe und stopfte Johanniskraut hinein. Er lief damit ein ganzes Stück, bis ihm der Schweiß heruntertropfte: bei einer Rast trank er Weißbier aus seinem rechten Schuh. Von Stund an wurde er dem Mädchen, das er als Hexe erkannt hatte, spinnefeind und wollte sie nicht mehr sehen!“

 

Johannisblut

Der Apostel Johannes sammelte unter dem Kreuz Christi die mit dem heiligen Blut benetzten Pflanzen, trocknete und verschenkte sie an die Gläubigen. (Daher die Bezeichnungen: Christi Wundenkraut, Gottes Gnadenkraut, Herrgottskraut).

Eine andere Legende berichtet, wie die Blume Johannes dem Täufer das Leben rettete:

Als er gefangen genommen werden sollte, steckten die Häscher an das Fenster seines Hauses als Erkennungszeichen Büschel des Johanniskrautes. Doch ein Wunder verwirrte die Verfolger: an allen Fenstern, an denen sie vorüberkamen, erblühten die Blumen, und sie konnten sich nicht mehr orientieren, ihre Suche blieb erfolglos.

Eine andere Überlieferung erzählt, dass die Pflanze aus dem Blut entstanden sei, das bei der Enthauptung des Hl. Johannes auf den Boden geflossen ist. (Die Blüten enthalten ein rotes Harz, beim Kauen färbt sich der Speichel rot.)

 

Liebesorakel

Trefflich ließ sich das Schicksal in Sachen „Liebe“ mit Hilfe des Hartheus befragen. Die Mädchen zerdrückten die Blüten in einem Tuch. Je nach Färbung des Saftes, rot wie die Liebe oder grau wie Schlamm, „gram“, konnten sie die zu erwartende Entwicklung deuten:

„Bist du mir gut, gibst du mir Blut. Bist du mir gram, gibst du mir Schlamm.“

Verwelkten die am Johannistag ins Wasser gestellten Pflanzen, war eine baldige Hochzeit unwahrscheinlich, blieben sie frisch und brachen Knospen neu auf, war’s Zeit für den Brautkranz.

Nicht nur „gegen Schwindel und die fürchterlichen melancholischen Gedanken“ schätzten unsere Vorfahren das Tüpfelhartheu.

 

Aus der Signaturenlehre

Paracelsus in der Signaturenlehre:

„Die Löcher in den Blättern bedeuten, dass dieses Kraut für alle inneren und äußeren Öffnungen der Haut eine Hilfe ist. Was durch die Poren ausgetrieben werden soll, kann dadurch geschehen. Die Blüten faulen in der Form des Blutes. Das ist ein Zeichen, dass sie für Wunden und was von Wunden kommt, gut sind, auch soll man sie gebrauchen, wo man Fleisch zügeln muss. Die Adern auf den Blättern sind ein Zeichen, dass Perforata (Johanniskraut) alle Phantasiegebilde im Menschen und auch außerhalb austreibt. ... Es ist eine Universalmedizin für den ganzen Menschen.“

 

Aus alten Kräuterbüchern

Kräuterbuch von Adamo Loncero (1679):

„Dieses Kraut mit dem Samen getrunken/ bringet den Frauen ihre Zeit/ und macht sehr harnen. Zu faulen Wunden ist es gut/ gestoßen übergelegt. Dieses Kraut mit dem Samen gedörret und gepulvert/ mit Wein getrunken/ dienet fürs Gegicht in Füßen. Der Same hilft für das 4- tägige Fieber/ darüber mit Wein getrunken/ reinigt Nieren und Leber/ nimmt den Schmerz der Hüft. Dieses Kraut gestoßen/ und auf gebrannte Glieder gelegt/ zieht die Hitz aus und mindert den Schmerz. Von diesen Blumen pflegen die erfahrenen Wundärzte ein gar köstliches Balsamöl zu bereiten/ welchs zu allen sorglichen Wunden des weißen Geäders sehr berühmt. Die Glieder mit Johanniskraut/ zum Tag zweimal gerieben/ ist gut fürs Zittern und Beben der Glieder.“

 

Lebenswasser

Wer ein allgemeines Stärkungsmittel sucht, kann es mit dem „Lebenswasser“ probieren, das ist der am Johannismorgen von den Hartheublättern gesammelte Tau!

 

 

Disclaimer Hinweis und Warnung

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen sind der Literatur entnommen und der Grad der Zuverlässigkeit ist mir unbekannt. Ich warne daher vor einer Selbstbehandlung.

 

 

Quellen:

www.wikipedia.de