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Ringelblume

Zusammenstellung von Scáthán

 

Lateinischer Name: Calendula officinalis

Volkstümliche Namen: Ferminel, Goldblume, Ringelrose, Sonnwendblume, Studentenblume, Totenblume, Stinkeblume, Butterblume, Dotterblume, Gartendotterblume, Ingelblum, Rinderblume, Ringula, Sonnenbraut, Sonnenwende, Warzenkraut, Weckbröseln, Wucherblume

Drogenbezeichnung: Ringelblumenblüten = calendulae flos

Sorten: Die Gattung besteht aus etwa 20 Arten, darunter: Acker-Ringelblume (Calendula arvensis), Garten-Ringelblume (Calendula officinalis), Meeresstrand-Ringelblume (Calendula maritima), (Calendula suffruticosa)

Beschreibung: Die bis zu 50 cm hoch wachsende, meist einjährige Ringelblume mit einem aufrechten, oft reich verzweigtem Stängel. Jeder Stängel und Seitenast bildet ein 5 bis 7 cm großes Blütenköpfchen, das je nach genetischer Art gefüllt oder nicht gefüllt und von hellgelber bis dunkeloranger Farbe sein kann. Die Blätter sind alle filzig behaart. In vielen Gärten findet sie sich auch als Zierpflanze, da sie den ganzen Sommer hindurch blüht. Nach dem Pflücken riecht sie unangenehm. Ringelblumen wirken gesundend auf den Boden, sie wirken durch ihre Wurzelausscheidungen gegen Nematoden. Deshalb gute Mischkulturpflanze für Bohnen, Erdbeeren, Himbeeren, Kohl (wachstumsfördend), Möhren, Rosen, Tomaten (wachstumsfördend), auf die Baumscheiben von Steinobst. Zier- und Heilpflanze. In jungem Zustand kann sie Salaten beigefügt werden.

Stand- und Fundort: Die Ringelblume ist in Mittel-, Süd- und Osteuropa beheimatet. In den USA und Westasien gedeiht die Droge mittlerweile auch. Sie lieben offenen, nährstoffreichen, sandigen, kalkreichen, mäßig feuchten Boden, sonnige Lagen

Verwendete Bestandteile: Medizinisch verwendet werden die nach dem völligen Öffnen der Blüten gesammelten, vom Blütenboden abgetrennten Zungenblüten gefüllter, orangefarbener Sorten.

Inhaltsstoffe: Sie enthält ätherische Öle mit Sesquiterpenen und (Iso)-Menthon, Bitterstoff Calenden, Calendula-Sapogenin, Triterpensaponine, Carotinoide, Polyacetylene, Xanthophylle, Flavonoide, Fermente, Glykoside, das Hormon Melantonin, org. Säuren, Polysaccharide, Saponine, Sesquiterpenlakton-Bitterstoffe, Farbstoffe, Harz, Flavonglykoside des Quercitins und Kämpferols, insgesamt 70 Wirkstoffe sind nachgewiesen, auch eine antibiotische Komponente ist vorhanden. Staphylokokken werden abgetötet. Ihr strenger Geruch (Stinkeblume) vertreibt Schädlinge, er ist aber bei vielen Züchtungen verringert worden.

Blütezeit: Die Blütezeit reicht vom Juni bis in den Oktober/ November, wenn die ersten stärkeren Fröste auftreten.

Sammelzeit: Die Sammelzeit für die Blüten liegt hauptsächlich im April bis Juni oder im September/ Oktober.

Ernte und Aufbereitung: Blüten und Blätter. Die ganzen, frisch aufgeblühten Blütenköpfe werden bei trockenem, sonnigen Wetter knapp unterhalb des Ansatzes abgeschnitten. Das Sammelgut wird locker aufgeschichtet an einem schattigen Platz ein paar Tage vorgetrocknet. Dann erst werden die Zungenblüten abgezupft und anschließend fertig getrocknet. (Man kann aber auch die gesamten Blütenköpfe fertig trocknen und verwenden.) Danach sind die Pflanzenteile trocken und lichtgeschützt aufzubewahren. In der Volksheilkunde werden auch die Blätter der Ringelblume verwendet. Man kann sie frisch auspressen und ihren Saft verwenden oder man trocknet sie und verwendet sie wie die Blüten

 

Heilwirkung:

Eigenschaften: abschwellend, blutungsfördernd, krampflösend, entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzstillend, adstringierend, pilztötend, reinigend, schweißtreibend

Infektionen/ Immunsystem: Geschwollene Lymphknoten, Mundschleimhautentzündungen

Verdauungssystem: Magen- und Darmstörungen, Brechreiz, Magengeschwür, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gallenbeschwerden, Leberschwäche

Nervensystem: Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Angstzustände Frauenheilkunde: Menstruationsfördernd, Menstruationsschmerzen, Wechseljahrsbeschwerden

Bewegungsapparat: Quetschungen, Zerrungen, Blutergüsse

Haut: Hautleiden, Wunden, schlecht heilende Wunden, Ekzeme, Geschwüre, Brandwunden (leichte), Sonnenbrand, gesprungene Lippen, Pickel, Furunkel, Erysipel, unreine Haut, Warzen, Krampfadern, Vereiterungen der Haut, Narbenwucherungen, Schmerzen in Amputationsstümpfen

 

Anwendung:

Auszüge aus Ringelblumenblüten wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und fördern die Wundheilung. Sie werden in Form von Salben, Tinkturen oder Umschlägen zur äußerlichen Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Haut und Schleimhäute, schlecht heilender Wunden (Riß-, Quetsch- und Brandwunden), Erfrierungen, leichten Verbrennungen und Quetschungen eingesetzt. Volksmedizinisch auch zur Behandlung von venösen Gefäßerkrankungen (Krampfadern).

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird mit dem noch warmen Tee mehrmals täglich gegurgelt oder gespült.

Zur Wundbehandlung wird mit dem Tee ein sauberes, fusselfreies Tuch oder eine sterile Kompresse getränkt und auf die Wunde gelegt. Die Umschläge mehrmals täglich wechseln.

Bei unregelmäßiger Periode sollte eine Woche vor dem errechneten Beginn der Regel zweimal täglich Ringelblumentee getrunken werden.

Frische, zerdrückte Ringelblumenblätter bringen Warzen zum Verschwinden, wenn man sie täglich damit einreibt.

Ringelblumentinktur hilft bei der Bildung neuer Haut nach Sonnenbrand.

 

Nebenwirkungen: Nicht verwendet werden sollten Ringelblumen bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütlern! Ringelblumen selbst können vor allem bei längerer äußerlicher Anwendung Allergien auslösen und zu Kontaktekzemen führen. Daher sollte die Anwendung unterbrochen werden, wenn keine Besserung eintritt. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch sind bisher keine Nebenwirkungen bekannt.

 

Magischer Gebrauch:

Geschlecht: maskulin

Planet: Sonne

Element: Feuer

Magische Kräfte: Schutz, Wahrträume, Rechtsangelegenheiten, übersinnliche Fähigkeiten

Magische Anwendung: Ringelblumen, die zu Mittag gepflückt werden, stärken das Herz und schenken Trost. Um Türpfosten geschlungene Ringelblumengirlanden bewahren das Haus vor dem Eindringen böser Mächte und unter dem Bett (oder dem Kopfkissen) ausgestreute Ringelblumen beschützen den Schläfer im Schlaf, sorgen für hellsichtige Träume und lassen sie Wirklichkeit werden, d.h. sie induzieren Wahrträume. Ringelblumen als Badezusatz helfen dabei, den Respekt und die Bewunderung der Mitmenschen zu gewinnen. Die hellfarbigen Blüten nur anzusehen stärkt die Sehkraft und wenn man vor Gericht Ringelblumen in der Tasche hat, ist die Gerechtigkeit auf deiner Seite. Wenn ein Mädchen die Blütenblätter mit bloßen Füßen berührt, wird es dadurch in die Lage versetzt die Sprache der Vögel zu verstehen. Ringelblumenwasser (aus den Blüten hergestellt) auf die Augenlider getupft hilft Feen zu sehen.

 

Rezepte:

Tee: 1 bis 2 Teelöffel (2- 3 g) Ringelblumenblüten werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht.

Für eine Tinktur lässt man 5– 7 gehäufte EL Ringelblumenblüten in 1 Liter gutem Branntwein ausziehen. Nach 3 bis 4 Wochen wird die Mischung abgeseiht.

Ringelblumen-Butter: Die Blüten der Ringelblume quetschen und zusammen mit Ziegenbutter aufkochen lassen. (Die Ringelblumenbutter eignet sich sowohl als Auflage zur Wundheilung sowie allgemein zur Verschönerung der Haut)

Ringelblumen-Sud: Die Blüten und Blätter der Ringelblume klein schneiden, zehn Minuten aufköcheln lassen und dann ein paar Stunden ziehen lassen. (Der Sud eignet sich für Umschläge und Kompressen bei schlecht heilenden Wunden, Dekubitus und Abszessen. Durch den Sud wird vor allem die Gewebeneubildung unterstützt. Die Blätter der Ringelblume sollte man jedoch nur dann für den Sud verwenden, wenn diese noch keinen Mehltau haben.)

Ringelblumen-Salbe: Die Ringelblumensalbe ist ganz einfach selbst herzustellen. Dafür braucht man nur eine Hand voll Pflanzenteile und 250 g Schweinefett. Blüten, Blätter und Stiele zerkleinern. Schweinefett erhitzen, zerkleinerte Pflanzenteile hinzugeben – zehn Minuten köcheln lassen. Das Gemisch drei Tage stehen lassen, danach noch einmal kurz erhitzen. Die Masse durch ein Tuch drücken, in kleine Gefäße abfüllen und kühl stellen. (Die Salbe kann sowohl pur als auch als Auflage verwendet werden. Sie wirkt entzündungshemmend und wundheilend und hilft bei Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen und Entzündungen. Hilft Mutter wie Kind, sowohl dem wunden Babypopo wie auch den in der Stillzeit entzündeten Brustwarzen. Auch nur zu kosmetischen Zwecken angewendet ist die Ringelblumensalbe sinnvoll, denn sie schützt die Haut und fördert ihre Widerstandsfähigkeit.)

Küche: Die Blüten zum Salat dazu, oder auf's Butterbrot: schaut gut aus und schmeckt auch gut!

 

Verwandte Pflanzen: Arnika (wirkverwandt); die äußeren Blütenblätter der Ringelblume dienen als Safranersat.

 

Sonstiges:

Mythologie und Geschichte: Die Ringelblume war das Symbol der aztekischen Liebesgöttin Xochiquetzal. Sie ist die Schutzherrin der Ehe und der Huren, des Spinnes und Webens, des Tanzes und der Veränderung, der Magie und der Kunst. Wie es heißt, schätzte Xochiquetzal besonders Frauen, die alleine lebten (frauen-zentrierte Frauen), denn sie lehrte sie die Kraft und Schönheit ihrer eigenen Sinnlichkeit. Anhand der Ringelblume lehrte sie ihr Volk die Botschaft vom ewigen Kreislauf des Lebens: vom Samen zum blättrigen Stängel, vom Stängel zur Knospe, von der Knospe zur sich der Sonne öffnenden Blüte und von der Blüte zu den vertrocknenden (geringelten- daher der Name Ringelblume) Blütenblättern, die wieder Saatgut für das nächste Jahr sind. Womit sich der Kreislauf schließt. Die AztekInnen erfuhren so vom Fluss des unendlichen Lebens und der wechselseitigen Verbundenheit aller Dinge.

Symbolik: Ringelblumen symbolisieren Anmut und Schönheit sowie treue Liebe. Bei vielen Völkern steht die Ringelblume als Friedhofsblume in hohem Ansehen; sie ist ein Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie den ganzen Sommer und Herbst über blüht und bisweilen kann man noch Weihnachten die goldgelben Blütenköpfe sehen.

Im Aberglauben: Es ist die Blume, die man klassischerweise für die Frage Er liebt mich, er liebt mich nicht verwendet. Das Abpflücken der Blumen soll allerdings Gewitter hervor beschwören. Die Ringelblume soll sich auch zur Liebesweissagung im Traum verwenden lassen: Gemeinsam wird sie mit Sommerkräutern getrocknet, gemahlen und mit Honig und Essig zu einer Salbe verarbeitet. Junge Frauen trugen die Salbe auf, bevor sie zu Bett gingen und riefen den Heiligen Lukas an, sie von ihrer großen Liebe träumen zu lassen.

Im Volksmund ist sie auch unter Calendula bekannt. Den Name (Calendae – röm. erster Tag im Monat) erhielt sie aufgrund ihrer langen Blühzeit: von Mai bis Oktober schmückt sie den Garten. Die eingerollten Samen der Pflanze prägten den deutschen Namen der Ringelblume.

Geschichtliches: Nachdem die Ringelblume aus Südeuropa nach Mitteleuropa eingeführt wurde, fand sie ab dem 12. Jahrhundert ihren Platz in Kloster- und Bauerngärten. Schon Hildegard von Bingen schätzte die Ringelbume und nannte sie "Ringula" oder "Ringella".

Traditionell schmückt die Ringelblume auf Friedhöfen die Gräber und setzt mit ihrer lebendigen Wuchskraft einen Kontrapunkt zum Tod. Durch diesen Gebrauch hat die Ringelblume auch den Namen "Totenblume" bekommen.

 

Disclaimer Hinweis und Warnung

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen sind der Literatur entnommen und der Grad der Zuverlässigkeit ist mir unbekannt. Ich warne daher vor einer Selbstbehandlung.

 

Quellen:
www.wikipedia.de